LAUTER LUXUS AN DER LAGUNE

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Hoffentlich haben Sie eine höhere Kategorie gebucht, dann dürfen Sie auch in diesem wunderbaren Daybed Platz nehmen … ansonsten findet sich sicher eine Liege irgendwo am Strand.

One&Only Le Saint Géran, Mauritius 

Die Renovierung des legendären One&Only Le Saint Géran auf einer Halbinsel an der Ostküste von Mauritius liegt erst zwei Jahre zurück und hat mehrere Millionen Dollar gekostet. An der Ausstattung wurde zwar nicht gespart, den Unterschied machen dann aber ausgerechnet die kleinen Dinge, die nicht einmal Geld kosten.

Wer verspricht, neue Luxusstandards auf Mauritius – oder eben gleich im gesamten Indischen Ozean – zu setzen, schraubt die Erwartungen luxusverwöhnter Gäste ziemlich hoch. Tatsächlich sind die Zimmer des Traditionshauses modern und sehr schick geworden. Sehr beliebt sind die ebenerdigen Terrassenzimmer mit direktem Zugang zum Strand. Einziger Nachteil ist, dass bei der Planung des Resorts vor Jahrzenten noch andere Privatsphäre-Standards gegolten haben und einen doch viele neugierige Blicke treffen, wenn man so vor seinem Zimmer in der Sonne liegt. Geschlossene Vorhänge sind tagsüber dauerhaft „Pflicht“, sofern man nicht das Resort an allem teilhaben lassen möchte, was man in seinem Zimmer so treibt.

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Willkommen im legendären Saint Gerán Resort auf Mauritius. Champagner war bei mir nicht im Zimmer – nur in den Suiten:-(

Das Management begegnet seinen Gästen auf Augenhöhe
Wer das „alte“ Saint Géran kennt, wird sich bei erster Gelegenheit denken, außer einer Komplettrenovierung hat sich nichts geändert. Doch der irrt! Natürlich hat auch das Management sein Übriges dazu getan, das „One&Only“-Gen allen Mitarbeitern einzupflanzen. Ob das ein Vorteil ist, darüber kann man trefflich streiten. Die Attitude des schnöseligen, neureichen Urlaubers reflektieren auch gerade die Mitarbeiter im mittleren bis höheren Management mit dem dringenden Bedürfnis, ihren Gästen auf Augenhöhe begegnen zu wollen.
Klappern gehört zum Handwerk, aber irgendwann muss man als Dienstleister schon abliefern, da nützt auch das vornehmste nasale Englisch des französischen Management nichts, wenn man als Gast mehrfach um Handtücher bittet, die einfach nicht kommen wollen, oder man am Strand einen einzigen Servicemitarbeiter lokalisieren kann, der damit überfordert ist, alle Gäste zu bedienen. So lassen gerade beim Housekeeping grobe Fehler und schlechter Service zu wünschen übrig. Auch in den Restaurants erscheint das Personal von uninteressiert bis schlecht geschult.

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Steinwurf von der “privaten” Terrasse bis zur Liege. Daybed nur für…SIe wissen schon …
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Highlight: ein sensationeller Tennis-Trainer vor Ort

Entspannung bei Sport – der Golfplatz weicht leider den privaten Villen
Glücklicherweise gibt es aber viele weitere erfreuliche Möglichkeiten, seinen Urlaub im One&Only Le Saint Géran zu gestalten. Eine davon ist die Nutzung des Sportangebots. Daran gibt’s absolut nichts auszusetzen. Der vielen als besonders lieblich bekannte, hoteleigene Golfplatz mit seinen neun Löchern ist leider Geschichte. Das Areal wird nun dazu verwendet Villen entstehen zulassen, die man dann verkaufen möchte. Golfer finden aber in der Umgebung den einen oder andern Platz. Das Gym lockt mit modernen Geräten und einem gut ausgebildeten Personal. Für Yoga- und Pilates-Sessions steht ein neuer Pavillon zur Verfügung. Zwischen den Palmen locken außerdem drei Tennis- und Padleplätze die Bewegungsbegeisterten an.

Zur Entspannung empfiehlt sich ein Besuch des wunderschönen Spa. Dieser ist zwar im Haupthaus untergebracht – man fühlt sich aber wie in einer anderen Welt mit Ausblicken auf die ruhige Lagune. Einige Spa-Suiten haben sogar ihren eigenen Garten. Ein tolles Erlebnis sind auch Open-Air-Behandlungen unter den wogenden Palmen.
Ein besonders schöner Ausflug ist eine private Breakfast Cruise. Erst schippert man mit Champagner und feinen Gerichten mit einem schnittigen Motorboot in der Lagune umher, bis die Teller weggeräumt werden und es mit voller Fahrt Richtung Riff geht, wo geschnorchelt werden kann. Dort bietet sich eine traumhafte Unterwasserwelt mit intakten Korallen und bunten Fischen, wo so mache Malediven-Insel froh drum wäre. Das liegt mit ziemlicher Sicherheit daran, dass man auf Mauritius verzichtet, alberne Wasservillen in die Korallenbänke zu schlagen.

Zurück am Strand, trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Gäste der Suiten nutzen die etwas überdimensionierten Tagesbetten mit Vorhang und Blick von oben zum „einfachen“ Volk der Doppelzimmer und Junior Suiten. Diese liegen auf den üblichen Strandliegen und werden vom sonst trägen Personal verscheucht, falls man unwissentlich der Regeln den Versuch unternimmt, das Tagesbett zu nutzen. Aber für gute 900 Euro die Nacht kann man wirklich nicht erwarten, dass man so ein Daybed nutzen darf. Also wirklich …!

 

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Ausflug an die Riffkante. Das Resort von der Meerseite gesehen. Links der Heli-Landeplatz. Wirklich der beste der Insel für einen sensationellen Anflug

 

Musik-Entertainment der ganz besonderen Art und wohltuende Antikörper
Wer möchte, dass die gesamte Entspannung in Nullkommanichts wieder dahin ist, nimmt nach dem Dinner seinen Drink an der Bar ein. Denn da gibt’s gratis tägliche Musikbeschallung in Konzertlautstärke. Wenn man sich über die dröhnenden Bässe längst vergangener Hits von Tina Turner hinweg anschreit, bleibt auch der Geschmack des besten Cocktails auf der Strecke. Schade eigentlich, denn Freude bereitet das allerhöchstens den zappeligen Kindern, die nutzen die Tanzfläche für ein albernes Tänzchen. Was sicher nicht im Sinne des Erfinders ist. Auch angrenzende Zimmer haben das Nachsehen der Pflichtbeschallung. Denn trotz fehlender Gäste in der Bar wird das Musikangebot stoisch bis 23 Uhr durchgezogen.

 

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Kurze Ruhe nach dem Dinner und vor der Kinder-Disco in der Bar… Die Lautstärke könnte Tote wecken …

 

Ein Dinner im ruhigen und eleganten Prime Steakrestaurant versetzt einen zurück in die vergangenen Tage des Saint Gérans. Wo sich eine eingeschworene, homogene Gästeschar getroffen hat, um einen feinen Urlaub zu verbringen. Der Service ist sensationell und auch die Gerichte. Der Restaurantleiter steht zum Abschied Spalier und bringt „seine“ Gäste an die Türe. So wie früher. Ach ja, er arbeitet seit über 30 Jahren hier, ist zu vernehmen. Anzunehmen, dass er „One&Only“-Antikörper im Blut hat und daher in diesem Restaurant die heile Welt des wahren und eleganten Urlaubens noch in Ordnung ist. Au revoir, mes amis ..

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Teilweise findet man auch charmanten und kompetenten Service im Resort
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Auf zur Breakfast-Cruise. Ein wirkliches Highlight und schön umgesetzt. I like :-)
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Wenn es Nacht wird im Saint Gerán … vermisst man hier den Sonnenuntergang, weil Ostseite – schade…

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