URLAUB: VERY VIP

Pool

Maradiva Resort & Spa Mauritius

Das Maradiva Resort & Spa an der trockeneren Westküste von Mauritius ist etwas Besonderes. Erstens, weil ich den weiten Weg von Deutschland dorthin jederzeit wieder antreten würde, und das ist eine wirkliche Auszeichnung von einem Journalisten, der mehrfach wöchentlich in ein anderes Hotel gelockt werden soll. Und zweitens, weil hinter diesem Haus keine Kette oder Hotelgruppe mit globalen Standards steht, sondern ein Inhaber, der das Haus so führt, wie er sich vorstellt, dass ein Luxusresort zu sein hat. Und das ist gut so, denn Sanjiv Ramdanee, Besitzer und Mauritianer, hat einen sehr guten Geschmack, Stil und das nötige Kleingeld, alles so zu machen, dass es seinem Luxusgefühl entspricht, und das ist nicht gerade „dezent“.

 

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Auf Mauritius gibt es drei Rolls-Royce. Zwei davon besitzt das Maradiva für seine Gäste. Noch Fragen? Das Maradiva Resort ist vielleicht nicht so bekannt wie viele andere auf der Insel – aber das ist auch gut so und das elegante Publikum will gerne unter sich bleiben. Hier treffen sich internationale Gäste mit einem etwas anderen Background, nicht auf der Suche nach lautem „Seht her, ich bin berühmt und wichtig“, sondern eher „down to earth“ – aber bitte, welche „Erde“ meinen die denn …?

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Dies habe ich mich gefragt, als ich Sanjiv Ramdanee gestalkt habe. Im Vorfeld einer Recherche informiere ich mich ganz gerne über den Gastgeber, speziell wenn es ein so kleines Familienunternehmen ist. Die Bitte um ein Treffen wurde vonseiten der PR-Agentur bestätigt und bei meinem Aufenthalt erhielt ich die Information, dass mich Mr. Ramdanee gerne zum unkomplizierten Lunch am Pool treffen möchte. Gerne, dachte ich mir, und war gespannt, wen ich vor mir haben würde. Sein Bild kannte ich schon aus dem Internet: auf dem roten Teppich bei den Oscars, in Ascot beim Pferderennen oder bei den Filmfestspielen in Cannes. Der Mann kommt offensichtlich rum und kennt die richtigen Leute.
Unser Treffen war typisch für jemanden, der schlechte Erfahrungen mit Journalisten gemacht oder keine Lust auf dumme Fragen hat. Mit großer Entourage, alle in schwarzen Anzügen, erschien er zum Lunch, der augenscheinlich alles andere als „unkompliziert“ war, sondern ein sehr formelles Essen. Dieses Verhalten kenne ich nach vielen Jahren in der Branche. Je mehr Personen man mitbringt, desto leichter kann man sich „entschuldigen“, wenn einem das Gegenüber nicht passt. Ich habe Mr. Ramdanee offensichtlich „gepasst“, denn unser Lunch endete gegen 16.00 Uhr trotz seiner anfänglichen Ankündigung, er hätte nur 30 Minuten Zeit.
Und so kann ich Ihnen aus erster Hand mitteilen, warum das Maradiva Resort ein Hort des guten Geschmacks ist, warum dort individueller und diskreter Service oberste Priorität hat und warum nur À-la-Carte-Restaurants zu finden sind.
Es liegt daran, dass sich die meisten Gäste aus einer Klientel rekrutieren, die weder ein Halbpensionsbuffet wollen noch lauten Luxus mit Name-dropping und es gewohnt sind, ihre Wünsche genau ein Mal zu sagen. Leise und bestimmt – ohne Nachfrage.

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Das Maradiva Resort bietet alles, was sich „seine“ Gäste wünschen. Diskrete Anreise, ein Villenkonzept mit eigenem Pool, kleine und feine Restaurants und ein erlesenes Spa mit wenigen Räumen. Der Gast reist mit dem Heli an, ist umgehend in seiner Villa und müsste diese eigentlich nicht verlassen. Im Gegensatz zu fast allen Luxusresorts auf der Insel ist das Villenkonzept so, dass auch sehr reiche und berühmte Leute Urlaub machen können, ohne aufdringlich angeglotzt zu werden. Am weitläufigen Strand findet man Sonnenschirme und Liegen, die so weit auseinanderstehen, dass, selbst wenn Lady Gaga dort liegen würde, man schon sehr nah kommen muss, um das zu erkennen.

 

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Insofern ist alles auch sehr ruhig und übersichtlich. Mit Kindern würde ich dort nicht einchecken. Das Resort ist etwas für Erwachsene. Die balinesisch anmutenden Villen locken Verliebte an, das elegante Schlafzimmer mit einer Klimaanlage, die nicht zieht und keinen Krach macht, auch. Das Open-Air-Bad im eingewachsenen Garten ist lauschig und sexy. Das ist alles nichts für Kinder. Die Gäste der 65 Pool-Villen verlaufen sich tagsüber, abends zum spektakulären Sonnenuntergang trifft man sich an der Bar oder am Pool. Der Vorteil der Westküste ist der dramatische Sundowner, wie Insider wissen.

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Mr. Ramdanee ist ein Feinschmecker, er trinkt gerne guten Wein und Spirituosen und er raucht gerne Zigarre. Meine Begleitung bei dem Lunch auch und schon war ein weiteres Thema gefunden, wo wir uns verstanden. Teure Zigarren kann man im begehbaren Humidor des Maradiva erstehen und in der dazugehörenden Lounge auch gleich rauchen. Die Bar erfreut jeden Gast, vor allem weil am zweiten Abend der Barkeeper seine Gäste mit Namen anspricht und sich auch merken konnte, was man am Vorabend im Glas hatte. So geht aufmerksamer Service in einem privat geführten Haus.

 

 

 

 

 

 

 

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Der Inhaber ist auch ein großer Autofan, und so lassen sich die beiden Rolls-Royce erklären. Es ist wirklich etwas Besonderes, in diesem beeindruckenden Luxusgefährt über die teilweise schon sehr holperigen Straßen der Zuckerrohrinsel zu fahren. Natürlich standesgemäß mit einem Fahrer, der weiße Handschuhe trägt.

Apropos tragen: Das werden Sie von Anfang bis Ende auf Händen im Maradiva. Der Gast ist König und der Service ist sensationell, und vor allem individuell. Ich kann Mr. Ramdanee nur gratulieren zu seinem wunderschönen Hotel und seiner Idee, ein ganz besonderes Luxusresort zu kreieren. Nicht aufdringlich, vielleicht auch nicht hypermodern – aber mit einem ganz besonderen Flair, das man suchen muss, nicht nur auf Mauritius, sondern weltweit. Denn wie viele Hotels in dieser Liga der „Leading Hotels oft the World“ kennen Sie, wo der Chef so gezielt die Strippen zieht? Ich keines, und ich sehe einiges. Zum Abschied lässt es sich der schlaue Inhaber nicht nehmen, mich mit seinem weißen Rolls-Royce Phantom zum nächsten Resort fahren zu lassen.

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Clever ist er ja schon, der Herr Ramdanee. Am nächsten Hotel angekommen, wurde der weiße Rolls-Royce von allen dort in der Lobby wartenden Gästen bestaunt und fotografiert und jeder wollte wissen, was für ein Resort einen solchen Shuttle bietet. Besser und eleganter kann man nicht auf sich aufmerksam machen. Ich freue mich auf unseren nächsten Lunch, Mr. Ramdanee – ach was – lassen Sie uns ein Dinner draus machen, dann können wir uns ausgiebig über Luxusresorts unterhalten, denn da waren wir einer Meinung.

 

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