FINOLHU – EXZENTRIK IM INDISCHEN OZEAN

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Eine Stunde mit dem Boot, mehr braucht es nicht, um sich vom ruhigen und eleganten Amilla Fushi  ( mehr dazu in meinem Post…) in eine völlig andere Welt zu begeben. In eine andere Welt und in eine andere Zeit. Denn Finolhu ist wohl eines der exzentrischsten Malediven-Resorts überhaupt und unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem, was man erwarten würde. Zunächst sind da die 125 Villen, gestaltet im charmanten Retro-Stil der 60er-Jahre und mit Blick auf die Lagune. Mondän, ungewöhnlich und entweder am Strand oder über dem Wasser gelegen, bieten diese viel Platz und einen Ort der Ruhe – auf einer Insel, die zwar wunderschön ist, die allerdings auch etwas laut sein kann. Denn da wäre dann auch noch das Entertainmentprogramm.
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Es ist abwechslungsreich und reicht von Bootstouren und Tennis über Parasailing, bis hin zum Tauchen und Wassersport. Familien, Paare und Kinder – alle kommen auf ihre Kosten. Wie man das eben von den Malediven erwartet. Ruhesuchende und alle, die nicht mit Haartolle und Petticoat angereist sind, nervt am Pool die laute Dauerbeschallung durch Musik der 60er Jahre wohl ziemlich schnell. Daran muss man sich entweder gewöhnen, oder man macht sich auf die Suche nach alternativen Orten der Ruhe und Entspannung.
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Glücklicherweise gibt es davon auf der Insel auch einige. Das Spa, beispielsweise, genannt „The Cove Club“, ist hervorragend. In zehn unterschiedlichen Pavillons, natürlich ebenfalls in 60er-Jahre Pastell, werden sehr gute Behandlungen geboten. Diese reichen von klassischen Massagen bis hin zu Beauty- und sogar Haartreatments. Nebenan kann man sich körperlich verausgaben. Das Fitness Center besticht durch einen Indoor- und einen Outdoorbereich, moderne Geräte und ein umfangreiches Angebot an Kursen. Von Capoeira und Paddle Boarding bis zu Yoga und Kickboxen kann man auf Finolhu alles ausprobieren.
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Zum Ausprobieren und Gustieren laden auch die Spezialitätenrestaurants ein. Das Kanusan etwa wurde 2017 mit dem World Luxury Restaurant Award ausgezeichnet – zu Recht, wie man schnell feststellt. Bis zu 60 Gäste finden hier in zwei unterschiedlichen Restaurantbereichen Platz. So sitzt man entweder im klimatisierten Inneren, oder man genießt die asiatische Küche mit dem typischen Kanusan-Twist draußen, mit dem Plätschern des Ozeans als Hintergrundmusik. Sehr gut speist man auch im Baa Haa Grill, wo nordafrikanische Gaumenfreuden auf der Karte stehen. Maghrebinische Köstlichkeiten, von frischen Meeresfrüchten bis hin zu hervorragendem Fleisch, nehmen die Gäste mit auf eine kulinarische Reise durch Marokko, Tunesien und noch viel weiter. Gegessen wird ganz gemütlich mit den nackten Füßen im Sand, direkt am Strand. Doch auch diese Location kann noch getoppt werden. Der schönste Ort der Insel ist wahrscheinlich aber der Fish & Crab Shack. Dieser ist nämlich auf einer Sandbank im Meer gelegen.IMG_7031
Etwas enttäuschend mag für versierte Malediven-Urlauber das Hauptrestaurant sein. Leider erinnert das ein wenig an eine große Kantine, Massenabfertigung inklusive. Auch eventuelle Wartezeiten auf einen Tisch zur Frühstückszeit muss man mögen. Ebenso wie man sich auch erst an den öffentlichen Shuttle-Buggy-Verkehr der Insel gewöhnen muss. Individuelle Buggy-Fahrten, wie man das von anderen Inseln kennt, werden hier nicht angeboten. Das ist vor allem dann, wenn man in einer der Wasservillen wohnt, manchmal ziemlich umständlich. Diese sind bis zu 1,5 Kilometer vom Restaurant entfernt – am Weg dorthin bleibt der Buggy dementsprechend oft stehen, um Gäste ein- und aussteigen zu lassen oder ist bereits schon voll und man kann nicht zusteigen und muss auf den nächsten warten. Wer diese weitentfernten Villen verlässt, sollte vorher auch unbedingt gut nachdenken, ob er auch alles mitgenommen hat. Denn schnell und individuell nochmal zurück, um Vergessenes zu holen, wird zu einer zeitaufwändigen Geduldsprobe.
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Alles in allem ist das Resort zwar wunderschön und bietet viel; allerdings lohnt es sich, sich vorher ganz genau darüber zu informieren, was einen erwartet. Die Gäste – hauptsächlich aus Europa – sind insgesamt etwas jünger als anderswo auf den Malediven und versuchen schon besonders hip zu sein. Auch ist die Ruhe, die viele gerade auf den Malediven suchen nicht immer das was im Finolhu im Vordergrund steht. Aber Spaß kann man hier haben und die Sonne scheint doch auf den Malediven fast immer… Also auf was warten Sie ?
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